| Modellraketen
sind kleine, flugfähige Raketen, die mit geprüften fertigen
Feststoffmotoren angetrieben werden. Sie sind, im Gegensatz zu
Raketenmodellen (z.B. Plastik-Standmodellen) voll
funktionstüchtig und können immer wieder geflogen werden.
Eine
typische Modellrakete ist folgendermaßen aufgebaut:

Das Körperrohr
und das Leitröhrchen besteht aus Pappe, die Spitze
aus Kunststoff oder Holz. Als Flossenmaterial
wird Holz oder Kunststoff eingesetzt.
Die Motorhalterung
setzt sich aus einem Motorhalter aus Pappe, Zentrierringen und
einer Motorsicherung aus Federstahl zusammen. Als Schockband
wird ein elastischer Gummi verwendet, der Fallschirm
besteht aus Plastikfolie.
Durch die leichtgewichtige
Konstruktion wird größtmögliche Sicherheit und eine maximale
Flughöhe gewährleistet. Alle Komponenten können selber
hergestellt oder käuflich erworben werden.
Wie verläuft der Flug einer
Modellrakete? Die folgende Grafik stellt es schematsich dar:
1. Start
Modellrakete wird elektronisch
mit einem Zündgerät gestartet und durch den Schub des
Treibsatzes angetrieben
2. Freiflug
Die Modellrakete geht in den
Freiflug über, der Treibsatz brennt ohne Schubentwicklung weiter
3. Ausstoss
Bergungssystem
Am Gipfelpunkt wird das
Bergungssystem durch die Ausstossladung des Treibsatzes
ausgeworfen
4. Bergung
Das Modell kommt langsam zurück.
Nach der Ladung kann es wieder verwendet werden
Ein Querschnitt durch einen
typischen Schwarzpulver-Modellraketen-Motor zeigt dessen
verschiedene Komponenten:

1. Düse (Tonmaterial)
2. Hülse (Pappe)
3. Antriebsladung: produziert den
notwendigen Schub (Schwarzpulver und andere Komponenten)
4. Verzögerungsladung: der Treibsatz
brennt antriebslos weiter, ein weißer Beobachtungsrauch wird
erzeugt
5. Ausstossladung: wirft das
Bergungssystem durch Druck aus
6. Schutzkappe (Pappe oder Ton)
Modellraketen-Motoren sind durch
industrielle Fertigung und amtliche Zulassungen sicher und können
bei entsprechenden Händlern erworben werden.
Man unterscheidet im
Modellraketenbau hauptsächlich nach Feststoff-Motoren auf
Schwarzpulver- und Compositbasis. Schwarzpulver wird bei Motoren
der Impulsklasse A-E verwendet, Composit ab Klasse D.
Treibsätze sind, in der Regel,
durch eine international gültige Codierung gekennzeichnet, z.B.
A8-3. Der erste Buchstabe gibt den Gesamtimpuls
in Newton-Sekunden (Ns) nach folgender Tabelle an:
| Typ |
Gesamtimpuls
(in Ns) |
| 1/4 A |
0,00 - 0,625 |
| 1/2 A |
0,625 - 1,25 |
| A |
1,25 - 2,5 |
| B |
2,5 - 5 |
| C |
5 - 10 |
| D |
10 - 20 |
| E |
20 - 40 |
| F |
40 - 80 |
| G |
80 - 160 |
| H |
160-320 |
Ein C-Motor ist also viermal so
stark wie ein A-Motor oder doppelt so stark wie ein B. Die erste
Ziffer zeigt den Durchschnittsschub
in Newton. Ein A8-3 hat also 8 Newton Durchschnittsschub. Die
zweite Ziffer zeigt, wie lange die Verzögerungsladung
brennt, in diesem Fall
Modellraketen sind mit einem
Bergungssystem ausgestattet, dass die Rakete wieder sicher zurückbringt.
Dadurch kann jede Modellrakete immer wieder geflogen werden. Die gängigen
Bergungssysteme sind:
1. Fallschirm
Der Großteil aller Modellraketen
ist mit einem Fallschirm ausgestattet. Er besteht aus dünner
Plastikfolie, Fallschirmseide und ähnlichem.
2. Strömer
Ein langes Band (auch Flatterband
genannt), das bei leichten Modellraketen unter ca. 20 Gramm für
genügend Bremswirkung sorgt. Besteht z.B. aus Dekorationskrepp,
Plastikfolie oder Papier.
3.
Taumelbergung
Durch die Ausstossladung wird der
Motor entweder ausgeworfen oder verschoben. Durch diese
Schwerpunktverlagerung taumeln sehr leichte Modelle nach unten.
4.
Helikopterbergung
Am Modell angebrachte Rotorblätter
werden durch die Ausstossladung aktiviert und das Modell kommt
durch die Drehbewegungen wie ein Hubschrauber zurück.
5. Tragflächen/Drachengleiter-Bergung
Flexible oder zusammenfaltbare
Tragflächen werden ausgestellt und das Modell schwebt im
Segelflug zur Erde zurück.
6. Eigener
Luftwiderstand
Extrem leichte Modelle werden
schon durch ihren eigenen Luftwiderstand genügend gebremst, um
sicher zu landen.
Mehr Modellraketen-Knowhow gibts
auch als Buch:
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